Kontaktnavigation

Nächste Veranstaltungen

Keine Artikel in dieser Ansicht.

Home  >  Die Kampagne  >  Veranstaltungsrückblick  >  Betriebsaufklärung bei Michelin

Betriebliche Schlaganfall-Aufklärung
in den Michelin Reifenwerken


Dienstag, 14. Juli 2009

von: Ulrike Dalheimer,
        Kommunikation Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA 

Im Rahmen der Aktion „Naheland gegen den Schlaganfall“ fand ein Vortrag in den Michelin-Werken Bad Kreuznach statt. Das größte deutsche Michelin-Werk mit einer Fläche von über 270.000 Quadratmetern in der Bad Kreuznacher Michelinstraße besteht seit 1965. Gut zwei Drittel der Bad Kreuznacher Reifenproduktion werden in alle Welt exportiert. Mit seinen rund 1.700 Mitarbeitern zählt das Michelin-Werk in Bad Kreuznach zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region.

Dr. Liepe bei MichelinEs war recht still im Infocenter, als Dr. med. Frank Liepe vor den Führungskräften des Standorts einen Fachvortrag über das Thema Schlaganfall hielt. Aufmerksam verfolgten sie unter anderem, was im Gehirn während eines Anfalls passiert und warum es so wichtig ist, beim Auftreten der ersten Symptome sofort den Rettungsdienst zu alarmieren. Als besonders intensiv und beeindruckend empfanden die Zuhörer den anschließenden Auftritt von Friedrich Müller, selbst Betroffener und Leiter zweier Schlaganfall-Selbsthilfegruppen in der Region. Herr Müller erzählte, wie er seinen Schlaganfall und dessen Symptome vor 20 Jahren im Alter von 39 Jahren erlebt hat, berichtete über Erfahrungen von Mitgliedern der Selbsthilfegruppen und betonte, wie wichtig schon beim ersten Anzeichen von Symptomen die sofortige Alarmierung des Rettungsdienstes ist: Mit jeder Sekunde sterben weitere Gehirnzellen ab und das Risiko bleibender Schäden erhöht sich. Tatsächlich werden die Symptome oft nicht rechtzeitig erkannt, falsch gedeutet oder bagatellisiert. So hatte auch Herr Müller seine Sehstörungen zunächst nicht ernst genommen. Erst als acht Stunden später zusätzlich Sprachstörungen einsetzten, fand er den Weg ins Krankenhaus.


Hr. Müller bei MichelinHerr Müller machte zudem Mut, dass es nach einem Schlaganfall viele Möglichkeiten für die Rehabilitation gibt, vor allem wenn die Behandlung im Krankenhaus frühzeitig eingesetzt hat. Aber selbst mit Behinderungen könne man weiterhin viel unternehmen und sein Leben in die Hand nehmen. Er selbst, der unter einer halbseitigen Lähmung und Sprachstörungen leidet, fährt wieder Auto, ist oft mit seinem dreirädrigen Fahrrad unterwegs und überaus aktiv in der Aufklärung über den Schlaganfall. Einige von Ihnen sind ihm vielleicht an einem unserer Gesundheitstage in der Kantine begegnet oder haben ihn kürzlich in dem Umzug beim Rheinland-Pfalz-Tag gesehen, wo er übrigens zusammen mit Michelin in der Nestwärme-Gruppe mitfuhr. Allerdings räumte Herr Müller ein: "Es gehört viel Mut dazu, sich als Betroffener vor eine Gruppe von Leuten zu stellen." Die Führungkräfte zollten ihm mit einem besonders kräftigen Applaus am Ende seines Vortrags ihre Anerkennung für diesen Mut. Danach wurden Herrn Müller und Herrn Dr. Liepe noch viele Fragen zum Thema gestellt: Zeichen für das große Interesse an diesem wichtigen Thema.

Anlass für den Vortrag und weitere Aktionen, die noch folgen werden, war zum einen die Aktion "Naheland gegen den Schlaganfall", die in diesem Jahr in unserer Region durchgeführt wird. Marion Barth von der pronova BKK machte auf diese Aktion aufmerksam. Zum anderen hat unser werkärztlicher Dienst in den letzten Monaten eine auffällige Anzahl von Schlaganfällen in der Belegschaft verzeichnet. Darum will das Balance-Team Michelin das Thema zu einem Schwerpunkt in diesem Herbst machen. Nach dem Auftakt mit den Führungskräften wird nach der Urlaubszeit eine Informationskampagne mit Flyern, Plakaten, Aushängen u.a.m. folgen.

Einerseits soll das Augenmerk auf den Risikofaktoren liegen (wie etwa Bluthochdruck) und dazu angeregt werden, diese eigenverantwortlich zu verringern, damit es möglichst gar nicht erst zu einem Schlaganfall kommt. Andererseits ist es immens wichtig, bei Auftreten eines Schlaganfalls die Symptome zu kennen, um schnell handeln zu können, das heißt sofort den Rettungsdienst zu alarmieren: im Werk über die 1222, außerhalb des Werks über den Notruf 112.

Nach oben